Code per SMS, den Sie nie angefordert haben: Uber, WhatsApp, Klarna

Eine SMS kommt herein: „[Uber] Dein Code ist …“, dazu der Hinweis, diesen Code niemals weiterzugeben. Sie haben weder Uber geöffnet noch ein Konto dort. Ähnliche Nachrichten bekommen Leute von WhatsApp, Klarna oder anderen Diensten, manchmal mehrere am Tag.

Zur Beruhigung: Eine solche SMS bedeutet nicht, dass Ihr Handy gehackt ist. Gefährlich wird es erst, wenn Sie den Code weitergeben. Löschen Sie die Nachricht und antworten Sie nicht darauf.

Warum bekomme ich einen Code, den ich nie angefordert habe?

Bestätigungscodes werden verschickt, wenn sich jemand mit einer Handynummer bei einem Dienst anmelden oder registrieren will. Ist das nicht Ihr eigener Versuch, gibt es zwei harmlose Erklärungen: Jemand hat sich bei der eigenen Nummer vertippt, oder automatische Programme probieren Nummern durch. Der Code geht dann an Sie, weil Ihre Nummer eingegeben wurde.

Ohne den Code kommt niemand in ein Konto. Genau deshalb ist die SMS selbst kein Problem. Das eigentliche Risiko ist eine zweite Nachricht oder ein Anruf, in dem jemand Sie bittet, den Code durchzugeben. Eine echte Code-SMS fordert Sie nie auf, irgendwo Daten einzugeben oder auf einen Link zu tippen.

Daran erkennen Sie auch, ob eine Nachricht verdächtig ist. Eine gewöhnliche Code-SMS enthält den Code und den Hinweis, ihn für sich zu behalten. Kommen ein Link, eine Drohung mit Kontosperrung oder die Bitte um eine Antwort dazu, sollten Sie misstrauisch werden. Mehrere Codes kurz hintereinander deuten darauf hin, dass jemand es mit Ihrer Nummer immer wieder versucht.

Uber-Code per SMS ohne Konto: und was ist mit „STOP ALL“?

Auf unserer Schwesterseite Wemgehort.de wurde die Absendernummer +4915735984526 über hundertmal gesucht, dazu kamen 64 Kommentare. Nutzer zitieren dort Nachrichten mit einem Uber-Code und der Aufforderung, mit „STOP ALL“ an eine deutsche Mobilnummer zu antworten. Ein Kommentator berichtet von ständig neuen Codes unterschiedlicher Absender, die man bestätigen oder stoppen solle, und warnt vor Phishing.

Ob eine Antwort an diese Nummer irgendetwas abbestellt, lässt sich von außen nicht prüfen. Wir raten davon ab. Sie wissen nicht, wer die Nachricht liest, und eine Antwort zeigt, dass hinter Ihrer Nummer jemand sitzt. Am einfachsten ist: Nachricht löschen, Absender blockieren, fertig.

Haben Sie wirklich ein Uber-Konto und vermuten einen fremden Zugriff, öffnen Sie die App selbst und ändern Sie dort Ihr Passwort. Kontaktdaten aus der SMS nutzen Sie dafür nicht.

WhatsApp- oder Klarna-Code ohne Anforderung erhalten

Bei WhatsApp ist ein fremder Code oft ein Zeichen dafür, dass jemand Ihr Konto auf einem anderen Handy einrichten will. Solange Sie den sechsstelligen Code für sich behalten, klappt das nicht. Schalten Sie trotzdem in den WhatsApp-Einstellungen unter „Konto“ die Verifizierung in zwei Schritten ein und legen Sie eine PIN fest. Dann reicht selbst ein abgegriffener SMS-Code nicht mehr aus.

Kommt ein Code von Klarna, ohne dass Sie gerade etwas bestellt haben, öffnen Sie die Klarna-App selbst und schauen nach, ob dort ein Kauf oder eine Anmeldung auftaucht. Ist alles leer, ignorieren Sie die SMS. Geben Sie den Code nicht weiter, auch nicht an jemanden, der sich als Mitarbeiter des Dienstes vorstellt.

Der Anruf nach dem Code: Hier liegt die Gefahr

Viele Betrugsversuche laufen in zwei Schritten. Erst kommt die Code-SMS, kurz darauf ein Anruf oder eine Nachricht mit einer plausiblen Geschichte. Über einen solchen Fall berichtete netzwelt im März 2025: Falsche Telekom-Mitarbeiter riefen an und baten um den Code, der gerade per SMS gekommen war. Wer ihn nennt, gibt damit den Zugang aus der Hand.

Wer Sie nach einer Code-SMS von einer unbekannten Mobilnummer anruft, den können Sie auf Wemgehort.com nachschlagen. Bei manchen Nummern wie +4915126364461 gibt es erst einen einzelnen, unvollständigen Kommentar, bei anderen wie +491783645769 noch gar keinen, obwohl sie gesucht wurden. Fehlende Warnungen heißen also nicht, dass alles in Ordnung ist. Schreiben Sie in diesem Fall Ihre eigene Erfahrung dazu.

Die Grundregel ist einfach: Kein seriöser Anbieter fragt Sie am Telefon, per Messenger oder per SMS nach einem Bestätigungscode. Wer das tut, will in Ihr Konto.

Dasselbe gilt für Nachrichten von Bekannten. Schreibt Ihnen ein Kontakt, er habe aus Versehen einen Code an Ihre Nummer geschickt, und bittet um Weiterleitung, rufen Sie ihn unter der Ihnen bekannten Nummer an und fragen nach. Gekaperte Messenger-Konten werden gern genutzt, um an weitere Codes zu kommen.

Code weitergegeben oder Link angetippt: Was jetzt?

  1. Bei WhatsApp registrieren Sie die App auf Ihrem Handy sofort neu mit Ihrer Nummer. Damit fliegt das fremde Gerät in der Regel raus. Danach richten Sie die PIN für die Verifizierung in zwei Schritten ein und warnen Ihre Kontakte, falls schon Nachrichten in Ihrem Namen verschickt wurden.
  2. Bei anderen Diensten ändern Sie das Passwort über die offizielle App und melden sich, wenn möglich, auf allen Geräten ab. Prüfen Sie, ob Adresse, E-Mail oder Zahlungsdaten verändert wurden.
  3. Haben Sie auf einer verlinkten Seite Bank- oder Kartendaten eingegeben, rufen Sie Ihre Bank an und lassen Sie die Karte sperren.
  4. Ist Geld abgeflossen oder wurden Bestellungen ausgelöst, gehen Sie zur Polizei und zeigen den Fall an. Machen Sie vorher Screenshots von der SMS und dem Absender.

SMS-Spam melden und Absender blockieren

Laut der Bundesnetzagentur waren SMS- und Messenger-Spam im Jahr 2025 die größte Gruppe der Beschwerden über Rufnummernmissbrauch, das geht aus ihrer Pressemitteilung vom 9. Februar 2026 hervor. Beschwerden nimmt sie über bundesnetzagentur.de/aergermitrufnummern entgegen. Halten Sie Absender, Datum und den Text der Nachricht bereit.

Auf dem iPhone öffnen Sie den Chat in der Nachrichten-App, tippen oben auf den Absender und wählen „Diesen Anrufer blockieren“. Unter Android drücken Sie in der Nachrichten-App etwas länger auf die Unterhaltung, danach erscheinen Optionen wie „Blockieren“ und „Spam melden“.

Taucht eine Absendernummer immer wieder auf, geben Sie sie auf Wemgehort.com ein. Nennen Sie im Kommentar, welcher Dienst in der SMS stand und was verlangt wurde. Den Code selbst lassen Sie bitte weg.